Die Sache mit der Geduld…

Ich bin wahrscheinlich die perfekte menschliche Erscheinung der Ungeduld. In so vielen Situationen verliere ich zu schnell die Kontrolle, oder besitze sie erst gar nicht. Was dann meist damit endet, dass ich meinem in der Zukunft liegend und selbst verursachten Herzinfarkt immer näher rücke.

“Du musst viel ruhiger werden!”, höre ich meinen Vater sagen, welcher die Ursache allen Übels ist, denn er hat mir seine Ungeduld vermacht. Er, der beim Tapezieren zum schlimmsten Choleriker wurde und mit Tapeten und all möglichen Malerutensilien nur so um sich schmiss und mein erstes Wort als Baby “Scheißeeeeee!” hätte sein sollen. Er, der sich darüber aufregt, dass die Kellnerin fünf Minuten auf sich warten lässt und es damit begründet, dass sie uns doch wohl gesehen hat, als wir das Café betraten. Er, der tagtäglich dem deutschen Verkehrswahnsinn ausgesetzt ist und sich darüber aufregt, wie Menschen mit ihrem Leben spielen. Er will mir sagen, ich müsste doch viel ruhiger werden. Wenn das mal so einfach wäre, doch gegen hartnäckige Gene lässt sich offensichtlich nicht ankämpfen. Leider.

Die schlimmste Form der Ungeduld zeichnet sich bei mir dadurch ab, wenn ich nach einem drastischen Wandel in meinem Leben bestrebt bin. Genau in diesem befinde ich mich nun schon seit einigen Wochen, die sich wie Monate anfühlen und mir von Tag zu Tag schlimmere Kopfschmerzen bereiten. “Du musst geduldig sein und am Ball bleiben!”. Und da ist sie wieder: Die Geduld. Etwas, das ich nicht habe und wahrscheinlich niemals haben werde. “Ich habe aber die Schnauze voll davon geduldig zu sein! Was soll ich denn noch alles machen!? Ich will, dass es endlich klappt! Sofort!”. Ich habe ein klares Ziel vor Augen, das ich mir wie ein perfektes Blatt beim Black Jack zurechtgelegt habe. Eines, mit welchem ich unmöglich verlieren kann! Ein Ziel, welches mich träumen und hoffen lässt. Kleinste Schritte fehlen um ans ersehnte Ziel zu gelangen. Doch auch kleinste Schritte können holprig sein. Man begibt sich auf einen unbekannten Weg, auf dem man auf unliebsame Überraschungen gefasst sein muss. Jegliche Form des bisher errungenen Sieges werden in Sekundenschnelle zunichte gemacht. Herbe Rückschläge, die man nicht hat kommen sehen, oder nicht kommen sehen wollte. Zu sehr setze ich mich diesem psychischen Stress aus, der mit Frustration, Rückschlägen und Enttäuschungen befreundet ist und mir dreckig ins Gesicht lachen. Ich setze mich unter Druck und das viel zu sehr. Geplagt von Stimmungsschwankungen schlimmster Art, schlaflosen Nächten und immer wiederkehrendem Stechen in der linken Brust (der Herzinfarkt lässt grüßen!!!) sind definitiv ein Zeichen dafür einen Gang runterzuschalten und tief durchzuatmen!

Es erfordert größte Disziplin in diesen Momenten nicht die weiße Flagge zu hissen, denn das wäre zu einfach. Und wie oft habe ich daran gedacht, dies zu tun. Wie oft hatte ich diesen einen spezifischen Gedanken: “Ich habe keine Lust mehr!”. Niemand hat gesagt, dass ein Kampf einfach wäre! Was den Kampf jedoch etwas angenehmer macht ist gute Musik, die einem all die Zweifel und schlechte Laune nimmt, gepaart mit dem ein oder anderen Glas Wein und einer guten Portion Wohlfühlgesprächen mit den Allerliebsten! Und somit heißt es Zähne zusammenbeißen und weiter machen! Denn nur die, die nach einem herben Sturz sich wieder aufrichten, sind die, die am Ende am stärksten aus der Schlacht und als Sieger heraustreten!

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“Difficult roads often lead to beautiful destinations” -unknown

 

 

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