When a nightmare became reality…

Paris (Juli 2010) 017“Das kann alles nur ein böser Traum gewesen sein!”, sage ich zu mir selbst, nachdem ich aufwache. Mir ist warm. Wahrscheinlich habe ich wieder einmal vergessen die Heizung in der Nacht auszustellen. Verwirrt schaue ich mich in meinem Zimmer um und bleibe bei meinem Poster hängen, das auf dem Boden liegt. Es ist von der Wand gefallen. Das also war das Geräusch, welches mich in der Nacht aus meinem Schlaf riss. Meinem unruhigen Schlaf. Die letzte Nacht war kurz und doch zu lang. Zu kurz, um all das zu verarbeiten, was sich vor weniger als 24 Stunden ereignet hat, zu lang, um die Angst weiter wachsen zu lassen. Ich fühle mich benommen, versuche meine Gefühle zu ordnen und einen klaren Gedanken zu fassen. Es fällt mir schwer. Draußen höre ich Schulkinder lachen. Sie lachen, weil sie glücklich sind. Glücklich und unbeschwert. Und nun stehe ich hier in meinem Zimmer, die Vorhänge noch immer zugezogen, wie gelähmt, um einen Schritt in einen neuen Tag zu wagen. Dem Tag danach.

Es ist der 14. November, ein Samstag. Die meisten Menschen haben frei, machen sich auf den Weg zum Bäcker, um frische Brötchen und die neue Tageszeitung zu holen. Ein perfekter Start ins Wochenende. Sie setzen sich zusammen mit ihrer wohl behüteten Familie an den gedeckten Küchentisch ihrer wohl behüteten Wohnung, als sie die Zeitung betrachten und beim Anblick der Titelseite schockiert feststellen, dass das Leben für einen kurzen Moment still steht. Paris. Tote. Anschläge. Terroristen. All das sind die Worte, die man liest und wird sich bewusst, dass das kein Albtraum war, sondern brutale Realität ist. Eine Realität, so unfassbar grausam, dass sie uns gelähmt und verängstigt zurücklässt. Es ist wahr und fühlt sich echter an, als es noch vor nicht einmal 10 Stunden tat. Ich saß in der Küche, hatte mit einer Freundin zu Abend gegessen. Wir führten die typischen Gespräche, tratschten und lachten, als sie eine Nachricht von ihrem Freund bekam, in der genau die erschreckenden Worte standen, die man nun in allen Zeitungen lesen kann: Paris. Tote. Anschläge. Terroristen. “Nein!”, war das erste, was ich zum Ausdruck brachte. Nein! Nicht schon wieder! Denn wie wir alle wissen, wurde Paris erst im vergangenen Januar Ziel terroristischer Anschläge. Sofort sprang ich auf, um meinen Laptop zu holen. Ich brauchte mehr Informationen. Wo? Was? Wie? Wir lasen und lasen und mit jedem weiteren Wort stieg die Fassungslosigkeit. Mit jeder weiteren Minute gab es mehr Informationen über die Orte, an denen diese schrecklichen Taten stattgefunden haben. Und mit jeder weiteren Stunde stieg die Zahl der Opfer. Ich konnte fühlen, wie schwer mein Atem wurde. Ich dachte sofort an meine französischen Freunde und wie diese sich in diesen Sekunden wohl fühlen mussten. Eine Vorstellung, die mich umso verzweifelter machte. Ich wusste, dass sie weit weg von alledem waren, doch musste ich mich dessen vergewissern, dass es ihnen gut geht und ich an sie und auch an Frankreich denke.

Nachdem sich meine Freundin auf den Heimweg machte, vergrub ich mich unter meiner Decke, den Blick am Bildschirm meines Laptops haftend, um das Geschehen zu beobachten, welches sich in den Straßen Paris ereignete und von dem ich mir wünschte, das all das nur ein schlechter Traum sei. ich verspürte Trauer. Tiefste Trauer für all diejenigen, die ihre Liebsten in diesen Momenten verloren haben und deren Leben von einer Sekunde auf die andere auf brutalste Weise genommen und verändert wurde. An diejenigen, die vielleicht noch nicht einmal wussten, dass sie jemanden verloren haben. An diejenigen, die in tiefster Angst um ihr Leben fürchten mussten, als sie eigentlich nur ein Konzert besuchen wollten. An diejenigen, die sich mit Freunden zum Essen und auf ein Glas Wein verabredet haben. An all diejenigen, die sich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort aufgehalten haben. Deren unbeschwertes Leben ein Ende gesetzt wurde. An einem Freitagabend, den 13. November. Ich bin alles andere als abergläubisch, aber der Gedanke, dass diese Tragödie an einem Freitag, den 13. stattgefunden hat, löst auch bei mir einen bitteren Beigeschmack aus.

Ich verfolgte die Nachrichten bis fast 01:30 Uhr in der Nacht, als ich spürte, wie schwer meine Augen wurden und ich mich dazu entschloss diesem Alptraum zu entfliehen und zumindest schöne Träume zu finden. Dem war jedoch alles andere als das. Es war eine unruhige Nacht. Weder konnte ich seelenruhig schlafen, noch hatte ich angenehme Träume. Ich hatte das Gefühl alle halbe Stunde aufzuwachen, geweckt von Albträumen, in denen mein Freund mir schrieb, dass er sich in Paris befindet und ich panisch wurde. Nun stand ich da, der Kopf voller Gedanken, Furcht und Trauer. “Warum geschieht all das? Warum?”, frage ich mich selbst, als ich versuche den neuen Tag zu beginnen. Dieser Tag ist anders. Er ist beklemmend, bedrückend und auch erdrückend. Ein schwarzer Schleier hängt über Paris und ganz Frankreich, dessen Schatten bis nach Deutschland reicht. Der Schock schwindet und nimmt wahre Formen an. Er wandelt sich in tiefste Trauer. Ich wollte an diesem Samstagabend feiern gehen, doch entscheide mich dagegen, da ich es als unangebracht empfinde. Unschuldigen Menschen wurden, während sie die sorglosen und fröhlichen Momente des Lebens zelebrierten, das Leben genommen, darum mag ich heute Abend weder tanzen, noch singen. Es soll ein ruhiger Abend sein, voller Mitgefühl. Ich nutze diesen Abend, um mir bewusst zu werden, wie zerbrechlich dieses Leben doch sein kann. Dass wir nie wissen, was im nächsten Moment passiert. Dass wir jeden Augenblick schätzen und genießen sollten. Dass wir diejenigen, die wir unsere Liebsten nennen, nicht für selbstverständlich nehmen. Dass wir das Leben nicht für selbstverständlich nehmen, sondern es feiern! Und das jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde!

For a better world filled with love and peace, because there is no need for war nor for hate! 

House Of Small Wonder – Berlin

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“Weißt du, woran mich das hier erinnert?”, sagte ich zu meinem Freund, als ich mich mit großen Augen im lichtdurchfluteten Raum umschaute. “Nein. Woran denn?”, fragte er verwundert und schüttelte den Kopf. Ich ließ mich in meinem Stuhl zurück fallen und strich mit meinen Händen über den weichen Holztisch. “Kennst du den Film “Constantine” mit Keanu Reeves?”. Er nickte. “Dieser Raum hier erinnert mich sehr stark an seine Wohnung! Es hatte auch ganz viele große Fenster mit Fensterläden aus Holz davor. Das war der erste Gedanke, den ich hatte, als wir hier hoch kamen!”. Mein Freund schaute sich in dem hellen Raum um und begutachtete diese soeben genannten Fenster. Ich konnte in seinen Augen sehen, dass er nicht das gleiche Bild in seinem Kopf hatte, wie ich. “Du musst es mal googlen.”, gab ich ihm mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Das “House of Small Wonder” in Berlin ist für mich ein inspirierender Rückzugsort mit großen “Ohhh”s und “Ahh”s. Hätte ich es nicht schon durch zahlreiche Bilder auf Instagram und Pinterest für mich entdeckt, wäre ich wohl niemals auf die Idee gekommen, auch nur einen Schritt in dieses eher unscheinbare und doch so moderne Haus zu wagen. Versteckt in einer sehr ruhigen Seitenstraße in Mitte, nahe Friedrichstraße und der U-Bahnstation Oranienburger Tor, liegt das “House of Small Wonder”, welches im Dezember 2014 seine Pforten öffnete. Dieses reizende japanisch thematisierte Café heißt seine Gäste mit einer prächtigen Wendeltreppe willkommen, welche von zahlreichen Pflanzen umgeben ist. Sobald sich die Türen hinter einem schließen, entflieht man dem Großstadtlärm (obwohl dieser in Berlin alles andere als lärmend erscheint, verglichen mit New York) und begibt sich in eine kleine Wohlfühloase mit dem gewissem Charme eines Gartenhauses. Natürlich war dieser Anblick dank Instagram und Pinterest nichts Neues für mich, trotz alledem ließ er mich für einige Sekunden versteinert und sprachlos stehen und denken: “Wie gerne hätte ich genau solch eine Wohnung mit eben dieser immergrünen Wendeltreppe…”. Bei meinem schwarzen Daumen würde von dieser grünen Pracht allerdings nicht lange viel übrig bleiben!

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Als mein Freund und ich die Wendeltreppe empor stiegen und den eigentlichen Raum des Cafés betraten, ließ mich ein Gedanke nebst dessen, dass mich dieser Raum an das Filmapartment Keanu Reeves erinnerte, nicht los: es wirkte, als wäre ich in New York! Ich kann mir selbst nicht erklären warum, aber wahrscheinlich genau aus dem Grund, dass dieses Café nicht typisch “Großstadtdeutsch” war. Zumindest nicht für Berliner Verhältnisse, denn sind momentan eher Omas alte Sofas und Sessel in jeglichen Cafés und Bars Berlins zu finden. Nicht, dass ich etwas gegen diesen Trend hätte, denn bin ich immer die Erste, die sich in der größten und gemütlichsten Couch fallen lässt. Dennoch ist es erfrischend auch anderes Interieur zu entdecken. Was mich am meisten beeindruckte, war die Verarbeitung von Holz, als auch die unzähligen Pflanzen, die überall zu finden waren. Tapeten und Vintage Dekoration versprühten einen Hauch 70er Jahre Gefühl. Getrocknete Stiefmütterchen, die mich an meine Schulzeit erinnerten, hingen liebevoll in Bilderrahmen an der Wand. Alles wirkte unglaublich entspannend auf mich und ich spürte, wie sich mein Puls verlangsamte. Ich schaute es dem Fenster, um das Großstadtleben zu verfolgen und verspürte innerste Ruhe und Ausgeglichenheit. Ich fühlte mich heimisch!

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Infolge meiner Schwärmerei für diese grünen vier Wände, hätte ich nahezu vergessen, warum wir wirklich hier waren: it was time for some lunch! Kaum hielt ich das Menu in meinen Händen, meldete sich mein Hunger mit lautem Grummeln zurück. Die Speisekarte war sehr klein und übersichtlich gestaltet, genau wie ich es mag. Je kleiner die Karte, desto besser das Essen (gewöhnlich zumindest)! Wie immer konnte ich mich nicht entscheiden. Sollte ich das Croque Madame (all time favorite!) nehmen, das Ratatouille oder doch lieber das Croissant French Toast? Ich wollte alles auf einmal! Meine Wahl viel letztendlich doch auf mein geliebtes Croque Madame, welches mir vegetarisch mit Tomate anstatt des Schinken serviert wurde. Es war interessant zu sehen, wie sehr es anders zubereitet wurde, als ich es bis dato aus dem Café Paris in Hamburg kannte. Dieses Mal bestand es aus einem Croissant und Rührei anstelle von Toast und einem Spiegelei, doch schmeckte es genauso gut und gab aufgrund des Croissants dem Ganzen eine leicht süßliche Note. Als Getränk viel meine Wahl auf den Iced Matcha Latte with whipped cream. Es war das erste Mal, dass ich dieses hochgelobte und gehypte Getränk zu mir nahm und ich muss sagen, es war unangenehm bitter. Nun bin ich aber alles andere als ein Profi, was Matcha betrifft. Ich möchte ihm gerne eine zweite Chance geben. Dann aber heiß serviert und ganz ohne Sahne.

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Ich hätte den ganzen Tag im “House of Small Wonder” verbringen können, doch war das Wetter an diesem wunderschönen Herbstsonntag zu verlockend. Doch ganz sicher werde ich an diesen Ort kleiner Wunder zurückkehren! Und dann werde ich mich für das Ratatouille entscheiden! Oder doch das French Toast? Hmmm…

 

House of Small Wonder | Johannisstraße 20 | 10117 Berlin

“Why the name House of Small Wonder? Because everyday life is not about the big wonders, its about the small wonders that make things just a little more pleasant.”

Riiiing, riiiiing: birthday is calling!

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Ich bin wahrhaftig kein Freund dieser “mal eben so schnell hingeklatscht” Beiträge! Ganz im Gegenteil! Mir geht es ums Große und Ganze. Um liebevolle Themen, die vom ersten Wort bis zum letzten Satzzeichen von Gefühl und Tiefe begleitet werden. Doch auch ich muss zugeben, dass mit diesem Post genau einer dieser eben genannten folgen wird. Ich schäme mich fast dafür, dass ich etwas so Großes nicht ausgiebig mit eintausendsechshundertzwanzig geschriebenen Wörtern gebürtig zelebriere, sondern diesen so wichtigen Tag nur leicht anschneide. “Welcher Tag ist heute!?”, werdet ihr euch fragen. Ich werde es euch verraten:

“Mandy Monday” wird 1 Jahr alt!

Ich kann es kaum glauben, dass es schon 365 Tage her ist, als ich in der Nacht des 6. Oktober 2014 die Idee hatte, einen Blog zu gründen. Und noch unglaubhafter scheint es, dass ich diesen großen Tag fast vergessen hätte! Mein Baby wird ein Jahr alt und ich habe ihn vergessen! Ich bin solch eine schlechte Mutter (heul)! Und wenn das nicht schon schlimm genug wäre, muss es sich mit Missachtung herumschlagen. Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, ist in den vergangenen Wochen und Monaten nicht sonderlich viel auf meinem geliebten Spielplatz passiert. Zu Unrecht habe ich ihn vernachlässigt, wie ein altes Spielzeug, welches durch ein nagelneues und viel cooleres ersetzt wurde. Doch weiß ich mich zu rechtfertigen, auch wenn diese lahm und unentschuldbar erscheint, aber sehen wir den Tatsachen des Lebens knallhart ins Gesicht:

Vor knapp drei Monaten bin ich nach Berlin gezogen! Und was soll ich sagen? Diese wundervolle Stadt nimmt mich zu 100% ein! Und das jeden Tag! Noch immer bin ich überwältigt und fühle mich an Eindrücken nicht gesättigt! Noch immer gibt es zu viele Dinge, die ich machen möchte, zu viele Orte, die ich sehen und erleben möchte. Noch immer stecke ich in den Schuhen eines Touristen, doch liebe ich es so sehr wie am ersten Tag! Ich sozialisiere wie nie zuvor, bin bereit für Smalltalk, obwohl ich diesen hasse, nur um zu sehen, ob ich mit der Person, die mir gegenüber sitzt und so unglaublich interessant auf mich wirkt, es wert ist, meine Nummer zu geben, damit man sich auf einen Kaffee treffen kann. Nach einem neunstündigen Arbeitstag gibt es ein, zwei oder mehrere Feierabenddrinks, die das ein oder andere Mal in einem aberwitzigen Abend mit leichten Orientierungsschwierigkeiten auf dem Weg nach Hause endeten. Berliner liebes es zu brunchen, so habe auch ich angefangen es zu lieben! Verkatert (diese bösen WG-Parties!) und doch lebendig genug wird ausgiebig wohltuender Kaffee und frischer Orangensaft zu warmen Brötchen, würzigen Salaten, süßen Pancakes und anderen Köstlichkeiten serviert. Man trifft sich in Parks, schlendert über Flohmärkte, bevor es heißt: Zeit für eine weitere Runde Sonntagsbier, bevor man am Montag in die neue Woche startet! Weitere 168 Stunden warten darauf erobert zu werden!

Ich hoffe, ihr habt Einsicht mit mir und verzeiht mir die andauernde Flaute, die (hoffentlich) nicht mehr lange andauern wird! Keinesfalls habe ich meine Kreativität verloren, noch hat mich die Muse verlassen (ich warte nur auf ihre Küsse)! Ich habe viele Themen, über die ich schreiben möchte! Viele Geschichten, die ich mit euch teilen möchte, sowie Orte und Bilder! Denn vergesst nicht:

the journey continues!

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“Ich bin ein Berliner!”

DSCF5796Seit genau 10 Tagen lebe ich nun schon in Berlin! Wow! In Sekundenschnelle sind diese 240 Stunden mit nur einem Blinzeln vergangen. Zu schnell rauscht dieses wilde Großstadtleben an mir vorbei, ohne, dass ich in der Lage bin, eine Sekunde tief einzuatmen. Zu schnell, um den Moment zu genießen. Berlin ist schnell! Sehr schnell! Ganz nach dem Motto “Swim or sink” bleibt einem nichts anderes übrig, als sich diesem rasanten Tempo anzupassen. Nach zweitägigen Erschöpfungserscheinungen und einem 20 Sekundenschlaf in der Straßenbahn, merke auch ich (wenn auch nur ganz langsam), wie mein Körper sich zaghaft an diese Hektik anzupassen versucht. “Du gewöhnst dich daran.”, sagen mir meine Kollegen, sowie auch meine Mitbewohnerin, deren meine Müdigkeit nur schwer verborgen bleibt. Und ob ein tägliches Gefühl der Übermüdung nicht schon schlimm genug wäre, kommt als Krönung dieser Misere der Koffeinentzug hinzu! Welch ein Koffeinjunkie ich wirklich bin und wie unverzichtbar meine Kaffeemaschine für mich geworden ist, wurde mir erst in diesen vergangen 10 Tagen bewusst. Jeden Morgen schlendere ich an unzähligen Cafés vorbei und vernehme diesen himmlischen Duft, der mich leise “Mmmh…” flüstern lässt. Sicherlich wäre es einfach stehenzubleiben, das Portmonee zu zücken und der Versuchung nachzugeben, doch bin ich dafür viel zu sparsam! Demzufolge heißt es durchhalten und weiterhin leiden!

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Ein Gerücht welches ich sofort aus dem Weg räumen möchte, ist, dass es heißt Berliner wären unhöflich! Dem muss ich vehement widersprechen! Abgesehen davon, dass es in meinen Augen ein falsches Gerücht ist (unabhängig von einigen Ausnahmen), passt es auch überhaupt nicht zu dem Bild, welches ich und auch bestimmt jeder andere von Berlin hat. Berlin ist unglaublich tolerant. Und das muss es auch als Weltstadt! Mit einer Besucherzahl von mehr als 11 Millionen im Jahr, laufen einem persönlich täglich hunderte Touristen über den Weg, die mit ihren Stadtplänen in der Hand ab und an verloren wirken und Hilfe brauchen. Selbst ich zähle mich als frische Berlinerin noch zu den Touristin! Ganz besonders, wenn ich mich mit meinem großen Rucksack und meiner Kamera in den Straßen Berlins verliere. So oft es mich in den vergangenen Jahren hierher verschlagen hat, soviel weiß ich letztendlich über Berlin: nichts! Okay, das mag etwas übertrieben sein, aber mir wird bewusst, dass ich nur ungefähr 5% von dem kenne, was Berlin zu bieten hat! Ich bin wie die Nadel im Heuhaufen, die sich ihren Weg aus dem Ungewissen selbst erkämpfen muss. An jeder Ecke finde ich hilfreiche Menschen, die mir den Weg erklären, sowie liebenswerte Kollegen, die mir Bars, Clubs und das Berlin von morgen zeigen. Es ist nicht schwer neue Leute kennenzulernen, doch braucht es Zeit und Geduld. Berlin ist unglaublich bunt und erlangt immer mehr Beliebtheit bei Touristen aus aller Welt! Egal, wo ich mich befinde, es gibt Menschen um mich herum, die sich auf Englisch, Französisch, Spanisch und anderen Sprachen unterhalten. Berlin ist so kreativ und individuell. Auf meinem täglichen Arbeitsweg, der mich die Oberbaumbrücke passieren lässt und mich mit einem traumhaften Ausblick auf die Spree und den Fernsehturm belohnt, lausche ich unglaublich talentierten Musikern aus aller Welt. Ich beobachte junge Skater dabei, wie sie ihre neuen Kunststücke üben, während ich auf die nächste Straßenbahn warte. Es ist ein zweistündiger Arbeitsweg, den ich täglich hinter mich bringe, doch gibt es nichts Schöneres für mich, als diese Energien auf mich wirken zu lassen, um sie dann mit mir nach Hause zu nehmen.

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Berlin, du hast mich überrumpelt, doch bin ich gespannt, was du noch zu bieten hast!

 

 

Time for a (big) change!

“Fürchte dich nicht vor langsamen Veränderungen, fürchte dich vor dem Stillstand.”

“Ja, heute ist Montag!”, stelle ich mit einem kurzen Blick auf den Kalender fest. Momentan vertraue ich meinen ersten Gedanken nicht besonders, denn ich bin verwirrt. Durch den Wind. Und das ziemlich doll! Warum ich so verwirrt bin? Nun, heute beginnt ein ganz neues Leben für mich. In weniger als fünf Stunden befinde ich mich im Zug, auf dem Weg in meine neue Wahlheimat: Berlin! Neue Stadt, neuer Job (neues Glück?)! Big B is calling! Endlich! Ich bin meinem Ziel näher gekommen und das schneller, als ich es erwartet hätte. Rückblickend betrachte ich die vergangenen fünf Monate mit einem ungläubigen Kopfschütteln und Staunen zugleich! Es ist kaum zu begreifen, dass alles im Februar begonnen hat, im Mai Nägel mit Köpfen gemacht wurden, ich meinen alten Job kündigte und vor zwei Wochen eine WG gefunden habe! Alles wirkt wie ein Tagtraum, aus dem ich Angst habe aufzuwachen! Alles ging so rasend schnell (obwohl es mir anfangs nicht schnell genug gehen konnte) und verlief zu perfekt. “Ob es einen Haken an der ganzen Sache gibt…?”, fragte ich mich in den vergangen Monaten zu oft. Und den mag es wahrhaftig gegeben haben, so musste ich persönlich einen herben Rückschlag erleiden, welcher mir die Kraft nahm, mir Angst machte und mich alles in Frage stellen ließ. Wo Sonne ist, dort befindet sich eben auch Schatten! Doch ließ ich mich von diesem nicht einschüchtern! Die Wut und Verzweiflung mit einem lauten Schrei davongejagt, war es an der Zeit weiterzumachen und mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und das Kämpfen hat sich gelohnt!

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Habe ich Angst? Oh ja! Und das nicht zu wenig! Allerdings ist es menschlich und keinesfalls ein schlechtes Zeichen! Wir alle fürchten die Veränderung! Sobald wir aus unserer vertrauten Umgebung gerissen werden, und möge es am anderen Ende noch so rosig aussehen, begegnen wir unserer neuen und ungewissen Zukunft immer mit einer gewissen Portion Angst und Vorsicht! “Ob alles glatt gehen wird? Ob es so toll sein wird, wie ich es mir vorstelle? Was, wenn dem nicht so ist? Was, wenn etwas schief geht?” – Fragen über Fragen, die sich nur mit einem Satz beantworten lassen: Ich weiß es nicht! Ganz bewusst habe ich mich für diesen neuen Weg entschieden! Ich werde von null anfangen (mit fast 27 Jahren!)! Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich es kaum erwarten kann! Nebst Angst und Vorsicht packt mich vor allem die pure Freude und Neugier auf all das, was noch vor mir liegt! Es wird etwas schief gehen, es wird Rückschläge und Enttäuschungen geben! Aber das ist okay, denn das ist das Leben! Nicht alles verläuft immer zu 100% perfekt und so, wie wir es uns vorstellen! Was also tun, wenn etwas schief geht? Ganz einfach: weitermachen! Hinfallen, aufstehen, sich den Schmutz abklopfen und weitermachen!

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Und warum auch nur über all das nachdenken, was schief gehen könnte, wenn es so viele Dinge gibt, die wundervoll, atemberaubend und unvergesslich sein werden? Denn das ist es doch, worauf es ankommt! Somit stürze ich mich ins Ungewisse, denn wie heißt es so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

 

 

 

Die Sache mit dem Glück…

“Was ist Glück?”

Eine Frage, die sich wohlmöglich alle von uns insgeheim stellen und worauf es meist keine Antwort gibt. Falsch! Denn Glück empfindet jeder von uns auf eine andere Art und Weise. Aus diesem Grund ist es unsere alleinige Aufgabe, dieser Frage auf den Grund zu gehen, um unsere persönliche Antwort zu erhalten.

Alles fing damit an, als ich in der vergangenen Woche durch Zufall auf Maike van den Boom und ihrem Buch “Wo geht’s denn hier zum Glück?” aufmerksam geworden bin. Sofort packte mich die Neugier und ich wusste, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste! Maike van den Boom interessierte sich schon immer allgemein sehr für das Glück und machte sich im Jahr 2013 aufgrund eines Studienergebnisses der “World Database of Happiness” auf den Weg durch die 13 glücklichsten Länder unserer Erde, um genau dieser Frage auf den Grund zu gehen: “Was ist Glück?” und warum wir Deutschen uns leider nicht zu dieser glücklichen Zahl 13 dazuzählen können. Voller Euphorie habe ich das Buch am Hauptbahnhof in Berlin am vergangenen Sonntag entdeckt und sofort zu meinem Eigentum gemacht. Trotz zäher Müdigkeit und schweren Augen, fing ich an, es auf meiner Heimreise zu verschlingen. Und was soll ich sagen: ich bin begeistert! Dieses Buch macht mich persönlich schon während des Lesens (in Kombination mit dem neuen Florence + The Machine Album!) glücklich und regt stark zum Nachdenken an! Nun stellte auch ich mir diese philosophische Frage und versuchte darauf eine Antwort zu finden. Oder habe ich sie vielleicht schon längst gefunden?DSCF5721

Glück ist eine Lebenseinstellung! Der Ansicht war ich schon immer. Meine engsten Freunde, so wie meine Familie wissen, welch positiv denkender Mensch ich bin. Besonders bewundert meine Mutter mich dafür, mit welcher Einstellung ich tagtäglich aufs Neue in dieses so komplizierte Leben stürze. Doch so kompliziert ist dieses wunderbare Leben nicht. Wir Menschen sind diejenigen, die es erst kompliziert machen! Es ist schwer sich das Glück anzutrainieren, man kann jedoch daran arbeiten, was wiederum heißen mag, dass es harte Arbeit ist, glücklich zu sein. Ganz so streng würde ich es nicht sehen, dennoch muss man sich manchmal förmlich dazu zwingen glücklich zu sein und gewisse Dinge mit Humor zu nehmen und nicht allzu verbissen zu sehen. Denn sind wir mal ehrlich, entstehen die meisten Krankheiten in unserem Kopf und durch unsere Psyche, die unter Umständen dadurch negativ belastet ist. Denkt jetzt aber bitte nicht, dass ich den ganzen Tag mit dem größten Lächeln durch die Welt spaziere! Ganz im (kleinsten) Gegenteil! Ich bin sehr temperamentvoll und emotional und rege mich zu schnell sehr gerne über die kleinsten Ärgernisse auf, die mir den Verstand rauben. “Dampf ablassen”, wie ich es gerne nenne, denn auch Frust staut sich an und macht alles schlimmer, wenn man ihm nicht gestattet Raum zu gewinnen! Sowas macht auf keinen Fall glücklich und verursacht unnötigen Stress! Man sollte nur das gesunde Mittelmaß finden. Es ist definitiv eine Charaktereigenschaft, die ich nicht an mir mag, mit der ich aber gelernt habe umzugehen und vor allem zu leben. Ich bin, wie ich bin und kann dies nicht ändern, aber verbessern. Dass man nicht immer glücklich sein kann, ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil, es ist menschlich.

Woher aber kommt meine positive Lebenseinstellung? Um ehrlich zu sein, kann ich es mir auch nicht erklären. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich so geboren wurde. Manche Menschen bekommen zum Beispiel eine extra Portion Wissen mit auf den Weg, eine überaus unfassbare Begabung und manche eben den siebten Sinn für Glück. Und ich bin die Glückliche, die zu denjenigen gehört. Was also tun, wenn man eher pessimistisch ist? Nun, jeder Mensch ist anders und ich nehme mir auch nicht das Recht jemandem zu sagen, dass er auf Knopfdruck doch mal etwas glücklicher sein soll. Weder kenne ich sein bisheriges Leben, noch ihn als Person. Doch möchte ich jedem ans Herz legen, dass man es versuchen kann! Nicht auf Knopfdruck und nicht einfach so, aber zumindest Schritt für Schritt. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir nur dieses eine Leben geschenkt bekommen haben! Eine Chance, die wir nutzen sollten, um rückblickend sagen zu können, dass es wundervoll war und doch nicht so kompliziert, wie alle sagen! Also geht raus, lebt, liebt, fühlt, riskiert, wagt und seid dabei vor allem nur eins: GLÜCKLICH!

“Was bedeutet Glück für mich?”

Glück hat für mich so viele Bedeutungen. Es fängt mit den kleinen Dingen des Lebens an, die uns auf Dauer das Gefühl des puren Glücks bringen, über Glücksmomente, welche nur von bestimmter Dauer sind, jedoch nie vergessen, bis zum übernatürlichen Glück, welches kaum zu begreifen erscheint. Glück ist, Familie und Freunde zu haben, die stets für mich da sind. Die Familie, wie auch unsere Freunde, sollten der grundlegende Stein und Mittelpunkt unseres Glücks sein, denn sie machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Sie beflügeln uns, geben uns Kraft, öffnen uns die Augen und holen uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie sind die ehrlichsten Menschen, die wir kennen. Sie kennen unsere schönsten und hässlichsten Seiten, unsere Stärken und Schwächen. Ein Leben ohne sie wäre unerträglich, einsam und überaus unglücklich. Sie sind die stärkenden Säulen, die unser Leben stützen! Seien wir also dankbar für die Menschen, welche wir unsere Familie und Freunde nennen dürfen! Mit ihnen teile ich auch alle Momente des Glücks, seien sie auch noch so unbedeutend.

Es gibt unzählige Dinge, die mich glücklich machen. Es macht mich glücklich mit meiner besten Freundin auf der Couch zu liegen, Mädchengespräche zu führen und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Es macht mich glücklich bei meinem Lieblingsitaliener mein Leibgericht mit einem Glas Wein zu genießen. Es macht mich glücklich, wenn ich den lieben langen Tag Musik hören und schreiben kann. Es macht mich glücklich, wenn ich fotografieren kann. Es macht mich glücklich, wenn ich auf Konzerte gehe. Es macht mich (neuerdings) glücklich, frische Blumen zu kaufen. Es macht mich glücklich, Achterbahn zu fahren. Es macht mich glücklich, wenn ich an mein nächstes Reiseziel denke. Es macht mich glücklich, wenn ich diesen Geruch von frisch gedruckten Büchern in der Nase vernehme. Es macht mich glücklich, wenn ich in frisch gewaschener Bettwäsche schlafe. Es macht mich glücklich, wenn der Frühling kommt. Es macht mich glücklich, wenn der Herbst kommt. Es macht mich glücklich, wenn im Sommer abends die Sonne scheint und es regnet. Es macht mich glücklich, wenn ich mir meine Zukunft ausmale. Und das ganz bunt! Es macht mich glücklich, glücklich zu sein. Und es macht mich glücklich, wenn andere glücklich sind!

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Es gibt so unendlich viele Dinge, die uns glücklich machen. Natürlich macht es mich glücklich, dass ich mir ein Macbook gekauft habe. Natürlich macht es mich glücklich, dass ich mir teures Make-up geleistet habe. Natürlich macht es mich glücklich, dass ich mir eine neue Kamera erworben habe. All diese materiellen Dinge machen glücklich! Aber das nicht auf Dauer, denn sie sind vergänglich, nicht für die Ewigkeit bestimmt und somit kein Schutz beständigem Glücks. Umso wichtiger ist es, dass wir kleinen Dingen, und mögen sie auch noch so unbedeutend wirken, unsere größte Aufmerksamkeit und Liebe schenken, denn sie sind es, die das große Glück ausmachen! Also atmet tief durch, schließt eure Augen und denkt an die wahren Dinge, die euch glücklich machen! Und sei es auch nur das Eis, das ihr um die Ecke bei der Eisdiele bekommt und in der prallen Sommersonne genießt.

“Bin ich glücklich?”

JA! Und das sage ich ganz bewusst und ohne nachzudenken! Ich habe keinerlei Gründe, dass ich es nicht sein könnte. Ich bin gesund und habe eine liebevolle Familie und wunderbare Freunde. Gerade in diesem Moment, mache ich das, was mich mit am meisten glücklich macht und wofür ich leider nie genügend Zeit finde: schreiben. Darüber hinaus befinde ich mich in einer der stärksten Veränderungsphasen meines Lebens. In genau zwei Wochen fange ich ein komplett neues Leben an. Neue Stadt, neuer Job = neues Glück? JA! Und obwohl der Mensch ein Gewohnheitstier ist und mit Veränderungen so seine Schwierigkeiten hat, so sehr bestärkt bin ich, dass dieser neue Weg für mich bestimmt ist! Ich bin dankbar und mehr als glücklich darüber, dass mein Leben diese langersehnte Wendung nimmt. Und dies ist erst der kleine Anfang vom ganz großen Glück!

Und was ist mit euch? Seid ihr glücklich? Und wenn die Antwort “Nein” sein sollte, fragt euch, warum es das ist und wie ihr es ändern könnt, denn das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein!

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