Die Sache mit dem Valentinstag…

“Oh shit! Heute ist Valentinstag! Und shit, ich bin Single!”

Heute ist der Tag, an dem auf Hochtouren rumgeschnulzt werden darf. Und das in aller Öffentlichkeit! Es werden so viele rote Rosen verkauft wie an keinem anderen Tag im Jahr (allein im Jahr 2013 wurden 1.000 Tonnen rote Rosen nach Deutschland via Lufthansa Cargo transportiert!). Überall ist man von Pralinen, Herzluftballons und Valentinstagskarten umgeben, die nur so vor Liebesschwüren strotzen. “Love is in the air!” und das überall. Auch im Radio! Was hat es also mit diesem so wundervoll und doch so aufgesetzt romatischem Tag auf sich? Woher stammt dieser Brauch und warum wird er immer größer und beliebter?

Wie bei den meisten Feiertagen, die wir heute zelebrieren, hat auch an dem Tag der Liebenden die gute alte Kirche ihre Finger im Spiel. Im 3. Jahrhundert gab es einen Bischhof namens Valentin von Terni, welcher Brautpaaren, darunter auch Soldaten, seinen Seegen gab und diese mit Blumen aus seinem eigenen Garten beschenkte. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, sollen unter einem guten Stern gestanden haben. Leider empfand die Kirche dies anders, da die Ehen, die durch Valentin von Terni geschlossen wurden, nach kaiserlichem Befehl damals unverheiratet bleiben mussten. Demnach bezahlte Valentin seine gütigen Dienste im Namen der Liebe mit seinem Leben und wurde auf Befehl des Kaisers Claudius II. am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet. Wenn das mal nicht unromantisch blöd gelaufen ist. Schade, dass es damals noch keine White Chapel im verrückten Vegas gab. Ich bin mir sicher, dass Valentin seinen Kopf lieber gegen einen weißen Overall und ein Mikro getauscht hätte. “Love me tender, love me sweet” a la Elvis performed by Valentin von Terni!

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Es sollte noch einige Jahrhunderte dauern, bis dieser Tag des Blutvergießens an Popularität gewann und in vielen Ländern der Welt auf die Art und Weise zelebriert wird, wie wir ihn heute kennen. Den ersten Schritt wagten die Engländer, die schon im 15. Jahrhundert den Valentinstag feierten, in denen sich Valentinspaare kleine Aufmerksamkeiten wie Geschenke oder Gedichte machten. Im 19. Jahrhundert kam es zu dem Brauch, dass sich Liebespaare gegenseitig verzierte Karten schickten. Die Schnulzenader fing an immer lauter zu pulsieren und ein Brauch der Romantik war dabei geboren zu werden. Perfektioniert und übertrieben werden konnte dieser Tag Dank englischer Auswanderer nur von einer ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe, die Kitsch liebt und jeden Feiertag mit einem Aufwand feiert, als wäre es ein Wettkampf, der leichte Anzeichen eines Krieges hat: Den Amerikanern! Big, bigger, USA! So auch an Valentinstag. Schon Wochen, bevor das eigentliche Kitschspektakel stattfindet, wird man von rosarfarbenen Flutwellen in Form von Karten, Cupcakes, Blumen und allem, was einem Hauch von Valentinsromantik verpasst werden kann, überrollt. In diesen Zeiten hat man wortwörtlich die rosarote Brille auf. Da hilft auch kein Blinzeln, in der Hoffnung, dass es nur Einbildung ist. Dieser rosa Schleier ist real! Valentintstag wird in den USA von allen Altersgruppen gefeiert. So werden Kinder von ihren Klassenkameraden in der Schule mit Süßigkeiten überhäuft, welch Masse an ein zuckersüßes Halloween erinnert. Die Hexen brauen keinen Todespunch, sondern einen Liebestrank und Totenköpfe werden gegen weiße Plüschhäschen ausgetauscht. Nach dem zweiten Weltkrieg fand mit Hilfe US-Soldaten der Valentinstag auch seinen endgültigen Einzug im westlichen Teil Deutschlands. Thanks guys! Und natürlich rochen Floristen und große Süßwarenhersteller das lukrative Geschäft und kurbelten vor dem 14. Februar zukünftig ordentlich die Werbetrommel. Der Valentinstag war offiziell geboren! Doch warum? Warum lassen wir uns von all diesen Herzen, prächtigen Blumen und diesen abscheulichen Stofftieren hinreißen? Warum lassen wir uns gerade an diesem Tag dazu verleiten unseren Liebsten eine Überraschung zu machen, uns für ihre Liebe zu uns erkenntlich zu zeigen, wenn wir es doch jeden Tag machen könnten? Es ist ganz einfach:

Weil wir käuflich sind!

Wir sind beeinflussbar. Verzauberbar. Mögen es vielleicht gerne abstreiten, dass dieser Valentintstag nur eine Erfindung großer Firmen sei, um Geld zu verdienen. Nur eine romantische 24 Stundenillusion, die erst wieder in 365 Tagen intensiv stattfinden wird. Doch ist dies nicht eine der schönsten Erfindungen, um uns Menschen um den Finger zu wickeln? Wir wurden mit Liebe geködert! Wir werden daran erinnert an diesem ganz besonderen Tag an die Menschen zu denken, die wir lieben und die unser Lebensinhalt sind. Und dank all der Werbung, der Herzluftballons und Lovesongs gibt es keine Entschuldigung dafür, dass man diesen 14. Februar vergessen haben könnte! Also kauft den schönsten Strauß Rosen, den ihr für die wichtigste Frau in eurem Leben finden könnt und überhäuft sie mit Liebesschwüren, die sie wie Schokolade in der Sonne dahinschmelzen lassen! Und was die Männer betrifft, nun, das ist schwer. Jedoch würde kein Mann zu einem Candle Light Dinner nein sagen, welches ihm von seiner Teuersten in sexy Dessous serviert werden würde (Zwinker). Sagt euren Herzmenschen, dass ihr sie liebt, denn darauf kommt es an! Und eigentlich ist der Valentinstag doch ganz toll! Happy Valentine’s Day!

 

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Mein liebster Valentinsbrauch ist übrigens der japanische. Am 14. Februar schenken japanische Mädchen und Frauen ihrem Liebsten Schokolade, wofür sie am 14. März, dem sogenannten “White Day”, weiße Schokolade als Gegengeschenk bekommen. Einfach süß!

 

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